Autarke Notfallalarmierung der Feuerwehren

Unter autarker Notfallalarmierung versteht man eine Alarmierungsfähigkeit der Feuerwehr, die unabhängig von öffentlichen Kommunikationsnetzen (Festnetz, Mobilfunk, Internet) funktioniert. Der Kernnutzen: Auch bei grossflächigen Störungen – etwa Netzausfall, Cybervorfall, technischer Störung oder Stromlage bleibt die Aufbietung von Einsatzkräften «lieferfähig».

Technisch stützt sich die autarke Alarmierung in der Praxis häufig auf Paging-Funknetze (z. B. POCSAG) mit eigenen, lokal oder kantonal betriebenen Sendeanlagen und Notstrom. Paging ist ein Broadcast-Prinzip: Eine Meldung wird an viele Empfänger gleichzeitig ausgesendet. Schnell und mit tiefer Durchdringung in Gebäuden oder Tiefgaragen. Fachunterlagen betonen insbesondere die Unabhängigkeit der Paging-Infrastruktur von Mobilfunknetzen sowie die zuverlässige Erreichbarkeit durch geeignete Frequenzen.

Weshalb wird es benötigt?
Die letzten Jahre haben gezeigt, dass öffentliche Netze in Ausnahmesituationen an Grenzen kommen (Überlastung, Störungen, Abhängigkeit von Stromversorgung). Parallel treiben Bund und Kantone eine Multikanalstrategie voran: Sirenen bleiben als ausfallsicherer Kanal relevant, digitale Kanäle werden ergänzt und für Blaulichtorganisationen wird die eigene, unabhängige Alarmkette zum entscheidenden Baustein.

Gerade in der Energieperspektive ist die Differenzierung wichtig: Eine Strommangellage kann länger dauern und planbar eskalieren, ein Blackout tritt plötzlich auf und kann Infrastrukturen abrupt beeinträchtigen. In beiden Fällen steigt der Wert von Systemen mit Notstrom und minimaler Abhängigkeit.

Wie läuft die Alarmierung ab?

Im Normalbetrieb erfolgt die Alarmierung weiterhin über die Notrufzentrale 118. In der autarken Variante kommt ein autarker Notalarm hinzu: Der Alarm wird über das autarke Funknetz an Pager gesendet. In kantonalen Unterlagen wird dieser Prozess explizit als Ergänzung für Störungsszenarien wie «Ausfall Telefonie», «Blackout/Strommangellage» oder «Cyberangriff» beschrieben.

In diesem Ausnahmesituation und im Falle eines Notfalls begibt sich die meldende Person zum nächstgelegenen Feuerwehrzentrum. Dort befindet sich ein klar gekennzeichneter Notalarm-Kasten, meist in roter Farbe und mit der Aufschrift „Notalarm Feuerwehr“. Diese Kästen sind bewusst einfach gehalten, robust gebaut und jederzeit zugänglich.

Nach dem Öffnen des Kastens wird der Notalarm durch Betätigung eines zentralen Auslöseknopfes aktiviert. Mit diesem Vorgang wird der Feuerwehr ausgelöst. Die Feuerwehrangehörigen erhalten den Alarm auf ihren Meldeempfängern und rücken gemäss den geltenden Einsatz- und Bereitschaftsregeln ins Feuerwehrzentrum ein. Für die meldende Person ist kein weiteres Handeln erforderlich, jedoch muss Sie am Feuerwehr Gebäude auf die eintreffenden Einsatzkräfte warten.